Arthur Rimbaud Biography (Seite 2)

Arthur & Paul In Love: Absinth & Poesie

Im August 1871 sendet Arthur einige seiner neuen Gedichte an den zu dieser Zeit bereits etablierten Dichter Paul Verlaine. Verlaine erkennt sofort des jungen Mannes' Potential und lädt Rimbaud nach Paris ein, schreibt ihm:

"Komm, liebe große Seele, Du wirst gerufen, Du wirst erwartet".



Paul Verlaine (links) und Arthur Rimbaud. Gemälde von Fantin-Latour (1871/72).

Rimbaud besucht ihn im September, hat bis dahin bereits ein weiteres Gedicht geschrieben mit dem Titel Das Trunkene Schiff. Arthur's rüdes, respektloses und skandalöses Verhalten bringt Verlaine's Familie bald dazu ihn zu verachten. Da Verlaine im Haus der Eltern seiner Frau Mathilde Mauté de Fleurville's lebt aber persönlich Arthur lieb gewonnen hat findet er eine Unterkunft für Rimbaud in dem Heim von Freunden.

Rimbaud und Verlaine arbeiten zusammen und tragen zu dem gemeinsamen Album des Circle Zutique, einer Gruppe von Dichtern, gegründet von Poet und Erfinder Charles Cros, bei.

Ernest Cabaner, ein Barmann im Hotel Des Étrangers, wo sie sich für gewöhnlich treffen, gibt Rimbaud Klavierunterricht im Verlauf dessen er den Noten gewisse Farben und Vokale zuweist, was als Rimbaud's Inspiration für das Gedicht Vokale angesehen wird.



Paul und Arthur trinken Absinth.
(Arthur Rimbaud Flash Bio Screenshot).

Als die Liebesaffaire zwischen Rimbaud and Verlaine, welche immer ernster geworden ist, öffentlich wird, löst dies einen Skandal aus.

Zum Teil unter dem psychologischen Stress leidend, zum Teil wissen, daß es keine gute Reputation mehr zu erhalten gibt, wird Verlaine mehr und mehr dazu bewegt sich Rimbaud's Lifestyle anzupassen.

Die zwei Männer trinken häufig, berauschen sich an Absinth und Opium.


Eine Zeit In Der Hölle

Verlaine's Persönlichkeit beginnt sich unter dem Druck und dem ständigen Einfluß von Drogen zu zersetzen; eheliche Gewalt verursacht seine Frau Mathilde und ihr Sohn das gemeinsame Heim zu verlassen. Im März 1872 macht sich Rimbaud auf den Weg nach Charleville. Verlaine verspricht Mathilde jedwege Verbindung zu Arthur abzubrechen und sie läßt sich dazu bewegen mit ihrem Sohn nach Hause zurückzukehren.

Aber im Mai kehrt Rimbaud nach Paris zurück und bewerkstelligt es Verlaine dazu zu überreden ihn auf seiner Reise nach Brüssel zu begleiten. Sie reisen im Juli ab, ungeachtet des Bittens von Mathilde, welche ihnen zum Bahnhof folgt, bis zum Moment ihrer Abfahrt versuchend ihren Mann von seinem Vorhaben abzubringen. Als alle Bemühungen ihre Ehe zu retten sich als vergebens erweisen, kehrt sie alleine nach Hause zurück und beantragt kurz danach die Scheidung.



Rimbaud und Verlaine in London, September - December 1872. Zeichnung von Felix Régamey.

Anfang September ziehen Rimbaud und Verlaine nach London wo sie mit den im Exil lebenden Communarden Eugène Vermersh und Félix Regamey in Kontakt treten und finden eine Wohnstätte unter 34 Howland Street, nahe Soho. Rimbaud beginnt an Illuminationen zu schreiben und Verlaine stellt Romances sans Paroles fertig.

Als die Neuigkeiten von der Forderung seiner Frau nach gerichtlicher Trennung Verlaine erreichen - wobei sein Alkoholismus und seine Anfälle von Gewalt ebenso öffentlich gemacht worden sind - beginnt sein Gewissen ihn zu quälen; und als Rimbaud im December für drei Wochen nach Charleville zurückkehrt wird Verlaine noch depressiver. Er schreibt Arthur, der bewegt ist zurückzukehren und dabei Verlaine's Mutter mitbringt.

Verlaine gesundet und sie fahren fort in London zu arbeiten bis zum 4. April 1873, als Verlaine's inbrünstiger Wunsch mit seiner Frau wieder vereint zu sein ihn dazu bringt nach Namur abzureisen, wo Mathilde sich niedergelassen hat; doch sie weigert sich Verlaine zu sehen.



"Eine Zeit In Der Hölle"
(Arthur Rimbaud Flash Bio Screenshot).





Sich alleingelassen fühlend, zieht Arthur am 11. April nach Roche und beginnt Eine Zeit In Der Hölle zu schreiben. Anfang Juli finden Rimbaud und Verlaine wieder zusammen, lassen sich unter 8 Great College Street, Camden Town, London, nieder. Neben dem Schreiben gibt das Paar Französischunterricht um auszukommen.

Als ihre Liebesaffaire auch in London bekannt wird werden sie von der Gruppe von Communarden der sie angehörten ausgeschlossen. Realisierend, daß sein einstmals "guter Ruf" nun für immer vollkommen verloren ist und verstehend, daß dies auch bedeutet, daß die Argumente seiner Frau für das Gewähren einer Scheidung nun stärker sind als je zuvor, beginnt Verlaine wieder zu trinken und gerät in Streitereien mit Rimbaud, welche immer ernster und handgreiflicher werden.


Liebe Ist Depression Ist Wahnsinn Ist Der Tod Der Liebe

Nach einer dieser Keilereien verläßt Verlaine Rimbaud und zieht nach Brüssel zurück. Seine Frau und Rimbaud beide sehr vermissend wird er mehr und mehr suizidgefährdet und spricht auch in seinen Briefen immer öfter Suizid an. Seine Mutter besucht ihn und Verlaine sendet ein Telegramm an Arthur in dem er ihn bittet auch zu kommen.



Paul schießt auf Arthur.
(Arthur Rimbaud Flash Bio Screenshot).



Rimbaud besucht Verlaine, doch als er ihn über seine Absicht bald nach Paris zurückzureisen in Kenntnis setzt, feuert Verlaine wutentbrannt zwei Schüsse auf ihn ab. Eine Kugel bleibt in Rimbaud's Handgelenk stecken.

Nachdem er im Saint-Jean Hospital behandelt worden ist, macht sich Rimbaud direkt auf den Weg zum Bahnhof, wo Verlaine ihn bereits erwartet um seine Abfahrt zu verhindern. Rimbaud ruft die Polizei und Verlaine wird verhaftet, angeklagt und am 8. August zu zwei Jahren im Gefängnis von Petites Carmes verurteilt, ungeachtet des reumütigen Rimbaud's Widerruf der Anklage einen Tag nach Verlaine's Verhaftung.



Arthur widerruft seine Anklage,... doch das bewahrt Paul nicht vor dem Gefängnis.
(Arthur Rimbaud Flash Bio Screenshot).






Verzweifelt kehrt Arthur nach Roche zurück wo er Eine Zeit In Der Hölle vollendet und läßt das Manuscript im August drucken.

Im October, sich bewußt werdend, daß er es sich nicht leisten kann weitere Ausgaben drucken zu lassen, gibt er das Verlegen eines Buches auf und sendet die wenigen Ausgaben die er bereits hat an einige wenige Freunde, auch beabsichtigend eines dem inhaftierten Verlaine zukommen zu lassen. Da jedoch die meisten ihrer gemeinsamen Bekannten Rimbaud die Schuld für Verlaine's Elend geben, stößt er auf viel Feindseligkeit und Groll.

Im März 1874 kehrt Rimbaud nach London zurück in Begleitung von Germain Nouveau, einem Dichter, der ihm mit seinen Illuminationen geholfen hatte. Sie wohnen für eine Weile in der 178 Stamford Street, aber als Nouveau bewußt wird in welchem Maß Rimbaud's schlechter Ruf seine junge Karriere beeinträchtigen könnte, beschließt er im Juni nach Paris zurückzugehen.

Deprimiert schreibt Arthur einen Brief an seine Familie und im Juli besuchen ihn seine Mutter und seine Schwester Vitalie. Am 31. Juli verläßt Rimbaud London um in Scarborough zu arbeiten, geht zurück nach Charleville im December und reist am 13. Februar 1875 wieder ab um als Tutor in Stuttgart zu arbeiten, wo Verlaine, der vor kurzem aus dem Gefängnis entlassen worden ist, ihn am 2. März besucht.



Paul's Weigerung Arthur finanzielle Unterstützung zu gewähren bedeutet das Ende ihrer Freundschaft.
(Arthur Rimbaud Flash Bio Screenshot).


Es erscheint Rimbaud als habe die Gefängniserfahrung Verlaine in eine nahezu hysterisch religiöse Person verwandelt.

Verlaine bleibt nur für zwei Tage, dann reist er nach Paris zurück und nimmt Rimbaud's Manuscript für Illuminationen mit sich um für dessen Veröffentlichung zu sorgen. Es soll das letzte Mal sein, daß die zwei Männer sich treffen.

Als Arthur, wieder pleite, Verlaine einen Brief schickt und ihn um finanzielle Unterstützung bittet und ihm nach dem Erhalt einer negativen Antwort einen weiteren Brief voll mit Beleidigungen zurückschreibt, markiert dies das Ende ihrer Freundschaft. Verlaine schickt weiterhin Briefe an Rimbaud aber erhält nie wieder eine Antwort.


Rastlos



Als Vitalie stirbt rasiert sich Arthur den Kopf.
(Arthur Rimbaud Flash Bio Screenshot).

Anfang Mai beginnt Rimbaud wieder zu reisen, verbringt Zeit in Stuttgart, Milan, Marseilles, Paris und kehrt im October nach Charleville zurück, wo er den Winter damit verbringt Russisch und Arabisch zu lernen und auch damit, sein Klavierspiel zu verbessern.

Am 18. December stirbt seine Schwester Vitalie an Tuberculosis Synovitis und Arthur, tief traurig, rasiert sich den Kopf als Zeichen der Trauer.





Arthur Rimbaud nachdem er überfallen und seiner Kleider beraubt worden ist (Frühling, 1876). Zeichnung von Paul Verlaine.




Im Frühling 1876 reist Rimbaud nach Wien, wo er ausgeraubt wird. Da er kein Geld mehr hat escortiert ihn die Polizei außer Landes und er kehrt zu Fuß nach Charleville zurück. Im Mai begibt er sich nach Belgien und schließt sich der colonialen Holländischen Armee an, welche ihn nach Batavia bringt, wo Rimbaud nach drei Wochen desertiert und auf einem Schottischen Schiff nach Europa zurückkehrt.

Er verbringt den Winter wieder in Charleville, nimmt dann seine Reisen wieder auf, besucht Köln und Bremen, arbeitet dann als Übersetzer für einen Zirkus, welcher in Dänemark und Norwegen tourt. Seine Rastlosigkeit führt ihn nach Marseilles, Rom, Paris und Alexandria, stets zwischendrin nach Charleville zurückkehrend und - nun immer öfter krank werdend - auch einige Zeit im Krankenhaus verbringend.

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